[FhG-IITB] Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung (IITB), Fraunhoferstr. 1,
Department Kognitive Systeme (KOGS)

[DARVIN Experimental vehicle]

DARVIN Projektbeschreibung

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Entwicklungsziel

In diesem Projekt wird ein Fahrerassistenzsystem - insbesondere für Behinderte - entwickelt mit dem Ziel zu klären, welche zusätzliche Unterstützung einem Fahrer durch eine Kombination von Bildfolgenauswertung und logischer Auswertung von Zwischenergebnissen auf der begrifflichen Ebene geboten werden kann. Dabei ist vorgesehen, daß das System auf Grund des dadurch angestrebten Grades an Verständnis der aktuellen Verkehrssituation den Fahrer auch bei der Fahrzeugführung entlasten kann, solange er nicht korrigierend eingreift; insbesondere die Spurhaltung und Abstandsregelung soll dem Fahrer weitgehend abgenommen werden können. Die Komplexität der von einem Assistenzsystem beherrschten Situationen wird voraussichtlich kontinuierlich steigen. Ein völlig autonomes System - also ein Autopilot - müßte jedoch alle Situationen um ein mehrfaches zuverlässiger bewältigen, als ein Fahrzeugführer. Wann dies möglich sein wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

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Stand der Arbeiten

Ein neues Versuchsfahrzeug wurde komplett ausgerüstet. Installiert sind Rechner, Kameras, Sensoren und Aktoren zur Kontrolle von Lenkung, Gas, Bremse, Gangwahl, Licht und Blinker. Die ins Auge gefaßten Programme für das Assistenzsystem werden zur Zeit entwickelt. Das System kann in bestimmten Situationen seine Position relativ zur Umgebung durch modellgestützte Bildfolgenauswertung feststellen. Das Fahrzeug kann rechnergesteuert vorgegebene Strecken abfahren, derzeit aber noch ohne Kopplung an die Bildauswertung.

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Zukünftige Verfügbarkeit

Das Projekt befindet sich noch in einer Phase, die der Grundlagenforschung zugerechnet werden muß. Die Kosten und die nötige Zeit für eine Markteinführung lassen sich derzeit noch nicht abschätzen, angestrebt werden muß, daß die Kosten eines solchen Teilsystems in der Größenordung von Navigationssystemen liegen. Unsere Erkenntnisse werden veröffentlicht.

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Unterschied zu anderen autonomen Systemen

In diesem Projekt werden speziell innerstädtische Verkehrssituationen untersucht, weil diese im Vergleich zu Landstraßen und Autobahnen ganz neue Anforderungen an das System stellen, z.B. große Vielfalt in der Art, Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung anderer Verkehrsteilnehmer, dichte Bebauung und damit insbesondere komplexe, teilweise schwer überschaubare Kreuzungen.

Durch diese Komplexität wird ein Ansatz benötigt, der für viele Situationen zuverlässig funktioniert und keine Einzellösung für eine begrenzte Aufgabenstellung ist. Wir untersuchen aus diesen Gründen einen Ansatz auf der Basis der modellgestützten Bildfolgenauswertung.

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Nutzen für behinderte Fahrer

Behinderte Fahrer benötigen einen Führerschein wie andere Fahrer auch. Es wird angestrebt, daß ein solches Assistenzsystem behinderten Fahrern mehr Selbstsicherheit bietet. Es darf daher in der Anfangsphase auch spezialisierter und kostenintensiver sein als bei einer Serienfertigung für die ungleich größere Zahl nicht behinderter Fahrerinnen und Fahrer.


March 21 17:02